Hunde barfen: Der BARF-Guide

Hunde barfen: Der BARF-Guide

Wie ihr alle wahrscheinlich schon wisst, sind Hunde die domestizierten Nachkommen von Wölfen. Im Laufe der Jahrtausende haben sich die Wölfe in Hunde verwandelt und auch ihr Verdauungssystem hat sich verändert. Der moderne Hund ist viel anpassungsfähiger und ein Allesfresser im Gegensatz zu dem Wolf. Dies bedeutet aber nicht, dass wir unseren Hunden ALLES füttern können. Hunde sind geliebte Familienmitglieder und die Sorge um ihre Gesundheit ist eine große Verantwortung.

Die B.A.R.F.-Diät steht für zwei gängige Ausdrücke: „Biologisch geeignete Rohkost“ und „Knochen und Rohkost“. Gegründet vom Tierarzt und Ernährungswissenschaftler Dr. Ian Billinghurst, besteht das Prinzip darin, Hunde mit der Nahrung zu füttern, die sie ursprünglich entwickelt haben – eine Mischung aus Rohkost, Fleisch und Gemüse, die frisch, ungekocht und wild ist.

Die genetische Ausstattung von domestizierten Hunden unterstützt dies. Von Boston Terrier bis Dalmatiner sind Hunde im Wesentlichen die gleichen wie ihre Vorfahren – die grauen Wölfe.

Die Rohkost ist proteinreich, mäßig fettreich, hat minimale Mengen an Kohlenhydraten und besteht aus:

  • Muskelfleisch
  • Rohe Fleischknochen
  • Organfleisch
  • Gemüse und Früchte
  • Nahrungsergänzungen

Vorteile des BARFENS

Es gibt zahlreiche gesundheitliche Vorteile bei der Fütterung von Rohfutter für Ihren Hund. Dazu gehören:

  • Schlanker, muskulöser Körperbau; fast 60% der Hunde sind übergewichtig oder fettleibig, basierend auf der Bewertung der Körperondition, was zu einer Reihe von damit verbundenen Erkrankungen führt.
  • Haut- und Fellverbesserungen
  • Saubere Zähne und frischerer Atem
  • Weniger Geruch
  • Lebendige, ruhige Energie
  • Und vergessen Sie nicht die ökologischen Vorteile: Die Fütterung von Rohstoffen senkt unseren ökologischen Fußabdruck. Eine Rohkost wird von Hunde- und Katzenkörpern besser genutzt, was kleineren Hockern und saubereren Katzentoiletten entspricht.

Beim BARFEN werden auch tierische Teile wie Organfleisch verwendet, die zwar für uns sicher zu essen sind, aber normalerweise vom Menschen vermieden werden. Die Verwendung dieser Teile des Fleisches reduziert den Abfall.

Der BARF Guide

Die empfohlenen Richtlinien für eine BARF-Diät bestehen aus 70% Muskelfleisch, 10% rohem essbaren Knochen, 7% Gemüse, 5% Leber, 5% anderem Sekretionsorgan, 2% Samen oder Nüssen und 1% Obst.

Muskelfleisch

BARF-Diäten bestehen aus rohem Muskelfleisch, um essentielles Protein, Aminosäuren und wasserlösliche Vitamine zu liefern. Die Richtlinie für den Muskelfleischanteil beginnt bei 70% der gesamten Tagesdosis.

Muskelfleisch

Es ist wichtig zu beachten, dass das Verhältnis von Muskelfleisch nicht bedeutet, ausschließlich Muskelfleisch zu füttern. Dieses Verhältnis ist eine große Kategorie, die mehrere Inhaltsstoffe wie gesättigte Fettsäuren für Energie und Muskelorgane wie Herzmuskelfleisch enthält.

Roher essbarer Knochen

Weiche, rohe, essbare Knochen sind ein wichtiger Bestandteil der BARF-Diät, um essentielles Kalzium, Phosphor und andere essentielle Nährstoffe zu liefern. Die Richtlinie für das rohe essbare Knochenverhältnis beginnt bei 10% der gesamten Tagesdosis.

Roher Knochen

Die Menge an rohen Fleischknochen, die ein Hund benötigen kann, um einen festen und gleichmäßigen Stuhl zu erhalten, variiert. Der Anteil von 10% ist eine Startvorgabe. Allerdings schneiden viele Hunde mit 12% bis 15% rohem essbaren Knochengehalt gut ab. Stellen Sie sich immer auf die individuellen Bedürfnisse des Hundes ein.

Gemüse

Gemüse ist ein wertvoller Bestandteil beim barfen von Hunden, um essentielle Nährstoffe und nützliche Phytochemikalien zu liefern. Die Richtlinie für die Gemüsequote beginnt bei 7% der gesamten Tagesdosis.

Gemüse

Gemüse ist von Vorteil bei der Erfüllung der grundlegenden Nährstoffanforderungen für Hunde beim BARFEN. Die Richtwerte für den Anteil von 7% sind eine erste Empfehlung, und mehr oder weniger Gemüse kann zur Erfüllung der Ernährungsanforderungen gefüttert werden.

Leber

Die Leber ist ein wichtiger Bestandteil der BARF-Diät, um essentielles fettlösliches Vitamin A und wasserlösliche Vitamine zu liefern. Die Leitlinie für das Leberverhältnis beginnt bei 5% der gesamten Tagesdosis.

Leber

Der Leberverhältnis von 5% ist eine Start-Richtlinie und diese Menge an Leber liefert mehr als die empfohlenen Mengen an Vitamin A. Für Hunde, die empfindlich auf Organe reagieren, liefert die Fütterung von nur 2% Leber noch essentielles Vitamin A.

Andere Organe

Andere sekretierende Organe, wie z.B. die Niere, sind nützliche Bestandteile der BARF-Diät, um wichtige Mineralien und wasserlösliche Vitamine zu liefern. Die andere Richtlinie für das Organverhältnis beginnt bei 5% der gesamten Tagesdosis.

Niere

Andere sekretierende Organe sind bei der Erfüllung der grundlegenden NRC-Ernährungsanforderungen für Hunde von Vorteil. Die 5%-Ratio-Richtlinie ist eine erste Empfehlung, und mehr oder weniger sezernierende Organe können nach vollständigem Nährstoffbedarf gefüttert werden.

Samen & Nüsse

Rohsamen und Nüsse sind nützliche Inhaltsstoffe in der BARF-Diät, um essentielle Mineralien, Fettsäuren und fettlösliche Vitamine zu liefern. Die Richtlinie für das Verhältnis von Rohsaatgut und Nüssen beginnt bei 2% der gesamten Tagesdosis.

Samen & Nüsse

Saatgut und Nüsse sind von Vorteil, um den grundlegenden Nährstoffbedarf für Hunde zu decken, aber sie müssen vorgeweicht und gemahlen werden, um gefüttert zu werden. Rohe Nüsse und Samen enthalten Phytate, die Anti-Nährstoffe sind, die das Ernährungsgleichgewicht negativ beeinflussen können. Das Einweichen von rohen Samen und Nüssen reduziert Phytate und das Mahlen fördert die optimale Verdauung. Die Richtwerte für den Anteil von 2% sind eine Einstiegsempfehlung, und mehr oder weniger können zur Deckung des kompletten Nährstoffbedarfs verwendet werden.

Früchte

Obst enthält nützliche Inhaltsstoffe in BARF-Diäten, um Antioxidantien zu liefern, aber sie werden aufgrund ihres Zuckergehalts in kleinen Mengen gefüttert. Die Richtwerte für den Fruchtanteil beginnen bei 1% der gesamten Tagesdosis.

Früchte

Wie du deinen Hund auf das Barfen umstellst

Jetzt, wo du über die Vorteile der Rohförderung informiert bist, ist es an der Zeit, loszulegen! Hier sind einige Schritte, um deinen Hund auf das Barfen umzustellen:

Wenn dein Hund zuvor ausschließlich Trockenfutter bekommen hat, gewöhne ihn langsam an das Barfen. Der komplette Übergang kann oft innerhalb einer Woche vollzogen werden. Der Schlüssel ist jedoch eine langsam Ernährungsumstellung. Welpen können im Allgemeinen im Laufe weniger Tage wechseln, da sie typischerweise ein gesünderes Verdauungssystem haben als ältere Hunde. Je älter der Hund, desto länger solltest du dir Zeit nehmen für den Übergang zum Barfen nehmen.

Zu Beginn wird empfohlen deinen Hund einen halben Tag bis einen ganzen Tag vor der ersten Mahlzeit zu fasten, um einen guten Appetit zu gewährleisten. Beginne nun ein wenig zu füttern, um zu sehen, wie er oder sie mit dem frischen Futter umgeht. Wenn alles in Ordnung ist, ersetze weiterhin ein wenig von dem ursprünglichen Hundefutter durch das Barfen.

Überwache deinen Hund während dieser Zeit. Wenn dein Hund Durchfall hat, warten, bis der Stuhl wieder fest ist, um den Übergang fortzusetzen.

Häufig gestellte Fragen in Zusammenhang mit Barfen

  1. Wie oft muss ich meinen Hund beim barfen füttern?
    Empfohlen werden beim Barfen zwei Mahlzeiten am Tag. Dein Hund kann hier das Futter besser verwerten und verdauen. Der Körper kann das Futter besser nutzen und es wird vermieden, dass der Magen überfüllt ist.
  2. Kann ich auch meinen Welpen barfen?
    Du solltest deinen Welpen erst ab der 5. Woche barfen. Am besten mit mageren Fleischsorten. Du solltest das Fleisch, das Gemüse und die Kohlehydrate vorher schön durchkochen, da es für den Welpen bekömmlicher ist.
  3. Welches Gemüse sollte ich meinem Hund beim Barfen füttern?
    Am beste geeignet sind Karotten, Zucccini und Pastinaken für das Barfen. Diese kannst du auch roh füttern. Hingegen sind beispielsweise rohe Bohnen, rohe Hülsenfrüchte, rohe Kartoffeln, Zwiebelgewächse und unreife Tomaten nicht zum Füttern geeignet.
  4. Welche Fleischsorte eignet sich beim Barfen am besten?
    Bei der Wahl der Fleischsorte solltest du vor allem darauf achten, dass dein Hund keine Allergie aufweist. Hühnerfleisch enthält beispielsweise Antibiotika. Da du deinem Hund dieses Fleisch TÄGLICH fütterst, wäre die Wahl von Pferde- oder Hirschfleisch hier die bessere Wahl.
  5. Sollte ich Öl beim Barfen verwenden? Und wenn ja, welches?
    Ja, das ist sogar sehr wichtig. Vor allem die Verwendung von pflanzlichen Ölen wie Leinöl, Hanföl, Rapsöl, Walnussöl oder Borretschöl sind beim Barfen zu empfehlen.
  6. Welche Menge bekommt mein Hund am Tag beim Barfen?
    Der Fleischanteile sollte beim barfen zwischen 70-90 % liegen. Die restliche Menge sollte sich auf Obst und Gemüse verteilen.
    Beispiel Golden Retriever: Gewicht ca. 30 Kg, Futtermenge 900 Gramm, Fleischanteil 70%: 630 Gramm, Fleischanteil 90%: 801 Gramm, Obst und Gemüse 30%: 270 Gramm, Obst und Gemüse 10%: 90 Gramm.
  7. Welche Zusätze sollte ich beim Barfen verwenden?
    das sind zum einen Öle, Bierhefe, Eierschalenpulver als Knochenersatz, Grünlippmuschelpulver, Seealgenmehl für Hunde, Spirulina aber auch Hagebuttenpulver.

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