Der Hype um proteinreiches Hundefutter – ist es wirklich notwendig?

Der Hype um proteinreiches Hundefutter – ist es wirklich notwendig?

Eiweiß ist in der Ernährung von Hunden unentbehrlich. Aber mehr Eiweiß im Hundefutter ist nicht unbedingt besser. Wenn es um den Verzehr von Nahrungsmitteln mit hohem Proteingehalt geht, profitieren einige Tiere davon, andere nicht. Einige Tiere können dadurch sogar krank werden. Alter, Aktivität, allgemeine Gesundheit und die Rasse des Hundes sind Faktoren, die darüber entscheiden, ob ein proteinreiches Hundefutter für deinen Hund geeignet ist oder nicht. Lasse dich am Besten von deinem Tierarzt für die ideale Ernährung deines Hundes beraten.

Was sind Proteine überhaupt?

Proteine sind die primären Bausteine des Gehirns, des Muskels, des Fells und der Haut. Proteine beeinflussen den Stoffwechsel, regulieren den pH-Wert und werden bei der Produktion von Antikörpern, Enzymen, Hormonen und Körpergeweben eingesetzt. Proteine können in Fett umgewandelt und gespeichert oder als Kalorien verbrannt werden. Wenn der Körper eines Hundes nicht genügend Eiweiß erhält oder die Nährstoffe nicht richtig aufgenommen werden, wird sein Immunsystem geschwächt.

Welche Rolle spielt Eiweiß in einer ausgewogenen Ernährung für Hunde?

Eiweiß ist neben Fetten, Kohlenhydraten, Vitaminen und Mineralstoffen einer der vielen wichtigen Nährstoffe im Hundefutter. Die ideale Ernährung für jeden Hund ist eine, die das richtige Verhältnis hat, damit der Hund eine ausgewogene Ernährung erhält.

Je nach Alter, Stoffwechsel, Aktivität und Lebensstil haben Hunde einen unterschiedlichen Eiweißbedarf. Normalerweise benötigen gesunde erwachsene Hunde im Durchschnitt eine Nahrung, die zu etwa 18% aus Proteinen besteht.

Für welche Hunde ist eine proteinreiche Ernährung sinnvoll?

  • Welpen – um gesund zu wachsen, ist für Welpen eine Ernährung mit 25 – 30% Protein am Besten.
  • Trächtige und säugende Hunde – „Stillende“ Hunde brauchen eine höhere Menge an Proteinen, um ihre eigene Gesundheit zu unterstützen und hochwertige Milch für ihre Würfe zu produzieren. Auch hier ist eine Ernährung mit 25 – 30% Protein empfehlenswert.
  • Kranke oder verletzte Hunde – Einige Tierärzte empfehlen eine proteinreichere Ernährung zur Stärkung des Immunsystems bei Hunden, die sich von Krankheiten erholen: 25 – 35% Protein für kranke oder verletzte Hunde ist zu empfehlen.
  • Leistungshunde und Arbeitshunde – Hochenergetische Aktivitäten, wie z. B. Agility-Wettkämpfe und Herdenhaltung können höhere Mengen an Eiweiß benötigen. Proteine förderern die Muskelkraft und sowie die Entwicklung. Außerdem liefern sie Kalorien, die langsamer verbrannt werden als Kohlenhydrate, was ideal für längere Aktivitätsphasen ist. Leistungs- und Arbeitshunde sollten etwa 25% Protein in ihrer Nahrung haben.

Welche Hunde sollten eine proteinreiche Ernährung vermeiden?

  • Welpen großer Rassen – Hunde großer Rassen, die zu schnell wachsen, können schmerzhafte Gelenkprobleme entwickeln. Hier kann es gesundheitsschädlich sein, ihnen eiweißreiche Nahrung zu geben.
  • Hunde mit eingeschränkter Nierenfunktion oder gesundheitlichen Begleiterscheinungen, die die Nieren belasten (z. B. Diabetes) – Mehr Eiweiß bedeutet mehr Arbeit für die Nieren. Die meisten Tierärzte setzen diese Hunde auf eine eiweißärmere Ernährung, um möglichst viel Nierengesundheit zu erhalten.
  • Ältere Hunde – Da Hunde immer älter werden und ihr Körper mit zunehmender Verdauungsschwierigkeit an Proteinen leidet, empfehlen einige Tierärzte, dass ihr Futter einen niedrigeren Proteingehalt hat.

Welche Probleme können durch die Einnahme von überschüssigem Eiweiß verursacht werden?

Theoretisch sollte die Fütterung eines gesunden erwachsenen Hundes mit zu viel Eiweiß kein Problem sein. Bei gesunden Hunden wird überschüssiges Eiweiß entweder durch den Urin ausgeschieden oder in Fett umgewandelt. Es gibt jedoch immer mehr Hinweise darauf, dass zu viel Eiweiß im Hundefutter mit einer Reihe von Gesundheitsproblemen bei Hunden in Verbindung gebracht werden. Darunter sind beispielsweise Entwicklungsstörungen, Hyperaktivität und destruktives Verhalten. Einige Tierärzte vermuten auch, dass Hunde, die regelmäßig überschüssiges Protein in ihrer Ernährung haben, Nierenschaden erleiden. Folge am Besten der Empfehlung deines Tierarztes und lasse den Proteingehalt in der Nahrung deines Hundes bestimmen.

Welche Proteinquellen sind die Besten?

Viele Tierernährungswissenschaftler sagen, dass es wichtiger ist, die Herkunft und Qualität des Proteins im Hundefutter zu beurteilen, als nur den Eiweißanteil in einem Lebensmittel zu betrachten. Proteine aus tierischen Quellen (Muskelfleisch und Organe) sind für Hunde viel besser als Proteine aus pflanzlichen Quellen, da der Hundekörper Aminosäuren in angemessenem Verhältnis aufnehmen kann, wenn die Aminosäuren aus tierischem Eiweiß stammen. Für Hunde sind Eier, Muskelfleisch (insbesondere Rind, Huhn, Lamm) und Organfleisch die besten Quellen für hochverdauliches Eiweiß. Die nährstoffärmeren Proteinquellen für Hunde sind Weizen, Mais, Fleischnebenprodukte, Soja und Reis. Viele Tierärzte und Ernährungswissenschaftler empfehlen Proteine von Wild – oder Freilandhaltungstieren, da diese Quellen in der Regel frei von Antibiotika, Wachstumshormonen und anderen schädlichen Chemikalien sind. Wenn dein Hund unter Nahrungsmittelallergien oder anderen Verdauungsproblemen leidet oder du einfach nur sicherstellen möchten, dass dein Liebling die bestmögliche Nahrung bekommt, ist die Wahl einer Protein-Diät aus einer Proteinquelle eine gute Option. Die meisten kommerziellen Hundefutterhersteller verarbeiten die Reste einiger unterschiedlicher Nutztiertiere wie Hühner, Kühe, Schweine und Pferde, was nicht zu empfehlen ist.

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